Psychodrama Institut Hamburg

Die Menschen, die regelmässig an unseren größeren Gruppen teilnehmen, haben Burnout und Depressionen hinter sich gelassen und bewegen sich nach und nach in ein glücklicheres Leben. Kontinuierliche Anstösse, die Schwierigkeiten im Leben zu bewältigen und die Persönlichkeit von alten zu Schlacken zu befreien, zeigen Wirkung und tragen Früchte! Aber wie könnte so ein Verlauf aussehen? Vielleicht beginne ich mit einer Aufstellung, in der sichtbar wird, dass ich z. B. aus Personen in meinem Umfeld (Beruf, Familie oder Freunde) schlecht behandelt werde und ich ein Tabu darauf habe, meine Aggressionen auszudrücken. Dieses Tabu resultiert evtl. daraus, dass ich einen handgreiflichen Vater hatte und mich in meinem Leben für das Gegenteil entschieden habe. Also habe ich heute Schwierigkeiten damit, mich gesund abzugrenzen. Gesundes Abgrenzen bedeutet, es in der Situationen aushalten können und auf meiner Position zu bestehen, statt wegzulaufen oder nichts zu sagen. Ein nächster Schritt könnte es sein mit einer Kombination aus Psychodrama und Körper- und Atemtherapie weiterzuarbeiten. In der Körper- und Atemtherapie werden die tabuisierten Gefühle, wie z.B. unterdrückte Wut, wieder aktiviert und im Psychodrama wird diese Wut dann kanalisiert und dort angemessen genutzt, wo sie benötigt werden, um unsere Ziele (z.B. Abgrenzen oder Wehren vor schwierigen Kollegen, Vorgesetzten, Partnern usw.) zu erreichen. Sind die inneren Blockaden zu groß und scheinbar unüberwindlich, macht es Sinn, gezielt mit gut funktionierenden Methoden aus der Traumatherapie weiterzuarbeiten, an Stelle von Körper- und Atemtherapie.

Werden die benötigten Gefühle wieder zurück erobert und in einer Psychodrama-Sitzung erprobt und stabilisiert, benötigt es danach im Alltag meist nur noch einer kleinen Überwindung, die gesteckten Ziele dann auch durch- und umzusetzen.

07.03.2016

Supervision ist schon ein komisches Ding - zum Einen gibt es den Wunsch nach Lösungen und zum Anderen nur zu Lösungen, die einem Teil des Problems passen ... Verstehen Sie das? Mit Teil des Problems meine ich manchmal einzelne Teammitglieder, Vorgesetzte oder die Geschäftsführung etc. ... Ein Teil des Problems, welches nichts von sich selber geben möchte, damit dadurch Platz für Lösungen geschaffen werden könnte, ist eigentlich schon das Problem selber. Natürlich finde ich häufig trotzdem Lösungen, dass ist eben die Kunst als Supervisor. Und natürlich gibt es auch jede Menge Teams, die wirklich bereit sind Dinge zu verändern und auch sich selber in Frage zu stellen!

Eigentlich sollte Psycho-Hygiene genau so normal sein wie gesunde Ernährung und Sport. Warum eigentlich wird dem Körper mehr Bedeutung zugemessen als der Psyche? Und warum geht man in Zeiten, in denen niemand mehr ernsthaft die Bedeutung von Psychosomatik bestreiten würde, häufig noch so negativ an das Thema Persönlichkeitsentwicklung heran? In Zeiten, in denen Begriffe wie Burnout, Traumata und Depression regelmäßig sogar auf den Titelseiten der großen Zeitschriften auftauchen, sollte die allgemein verbreitete künstliche Trennung und unterschiedliche Wertung zwischen Körper und Psyche eigentlich als Überholt gelten. 

Viele Menschen aus Bevölkerungsschichten, die sich in der Vergangenheit so gut wie nie freiwillig in die Praxen von Psychologen, Therapeuten oder in ein Coaching begeben hätten, beginnen immer mehr aus eigenem Antrieb heraus, sich mit den Dingen zu beschäftigen, die sie früher eher als gegeben hingenommen hätten. Vieles wird in Frage gestellt, Beziehungen werden z.B. in Paarsitzungen verbessert, Blockaden, die einem beruflich im Wege stehen, näher angeschaut und verändert usw. ... Mittlerweile kann man grob von drei Personengruppen sprechen, die sich ihr Leben und die eigene Persönlichkeit näher anschauen wollen. Die einen, die aus einer großen Not und einem intensiven Leidensdruck heraus kommen. Eine andere Gruppe, deren Leben ganz gut funktioniert und die nur in einem Bereich (z.B. Beziehungen oder häufiges kranksein ...) aushaltbare Schwierigkeiten haben, diese aber nicht mehr dauerhaft Ertragen wollen und Veränderungen anstreben. Die letzte Gruppe will noch mehr Lebensqualität, es soll Ihnen noch besser gehen und mit zunehmenden Alter wird dann meist auch die Sinnfrage essentieller.