Stress erzeugt in jedem von uns einen Erregungszustand (sowohl körperlich als auch emotional). Diese körpereigenen,
automatisch ablaufenden Reaktionen dienen dazu, uns zu schützen. Sie befähigen den Organismus, sich in akuten
Stresssituationen verteidigen und kämpfen oder die Flucht ergreifen zu können. Dabei werden eine Reihe von Nerven-
und Hormonaktivitäten in Gang gesetzt (erhöhte Atmung & Herzschlag, steigender Blutdruck, Adrenalinausschüttung,
Aussetzen der Verdauung usw.).
Ist der Organismus jedoch chronisch (dauerhaft) gestresst, befinden sich Körper und Seele in permanenter Alarmbereitschaft.
Die damit einhergehende Überbeanspruchung der physiologischen Reaktionen (z.B. Überproduktion von Stresshormonen) gefährdet
das Immunsystem. Es gerät aus dem Gleichgewicht. Die Folge: es reagiert zu stark (Autoimmunkrankheiten und Allergien)
oder zu schwach (Infektionen und Krebszellen werden nicht mehr ausreichend durch die körpereigenen Killerzellen zerstört).
Es entstehen psychosomatische Störungen - körperliche Störungen, die durch anhaltenden emotionalen Stress begründet sind
(Psyche = Seele, Soma = Körper). Klassische psychosomatische Erkrankungen sind: Schmerzsymptome, Herz-Kreislauf-Beschwerden
(Bluthochdruck), chronische Magen-Darm-Erkrankungen, Allergien (Neurodermitis, Heuschnupfen), Asthma, rheumatische
Erkrankungen, gynäkologische/urologische Probleme (z.B. wiederkehrende Harnwegsinfekte), Migräne, Schlafstörungen,
HNO-Erkrankungen (Hörsturz, Tinnitus, Schwindel, ständig wiederkehrende Erkältungen) und sexuelle Beeinträchtigungen
(Impotenz).
Chronischer Stress entsteht immer dann, wenn wir die an uns gerichteten Anforderungen größer wahrnehmen als die
Ressourcen, die uns zu ihrer Bewältigung zur Verfügung stehen. Stressauslöser (Stressoren) können dabei vielfältig sein:
Tief greifende Lebensveränderungen (Ereignisse, die eine Anpassung an neue Anforderungen erfordern). Dies
können sowohl positive (Heirat, Geburt eines Kindes) als auch negative Ereignisse (Tod eines Familienangehörigen,
Scheidung, Arbeitslosigkeit) sein,
Traumatische Ereignisse (Gewalt, sexuelle Übergriffe, Katastrophen),
Alltagsprobleme. Auch hier hat sich ein klarer Zusammenhang zu Gesundheitsproblemen gezeigt: je häufiger
und intensiver die Alltagsprobleme, desto schlechter die körperliche und mentale Gesundheit der Menschen,
konfliktreiche Lebenssituationen (z.B. Krisen in der Partnerschaft),
Lebenskrisen (Gefühle von Schuld, Trauer, Ausweg- oder Sinnlosigkeit),
Störungen im sozialen Umfeld (z.B. in der Beziehung zur Familie).

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Schätzungen gehen davon aus, dass ca. 80 Prozent aller körperlichen Beschwerden diesen Ursprung haben. Oft dauert
es jedoch sehr lange, bis sie erkannt werden. Studien zeigen, dass manche Patienten über 100 ärztliche Kontakte
benötigen, ehe sie erstmals an einen Psychotherapeuten überwiesen werden. Dies liegt unter anderem daran, dass sowohl
Ärzte als auch Patienten die psychische Komponente der Beschwerden nicht erkennen bzw. auch nicht akzeptieren wollen.
Insgesamt zeigt sich also, dass körperliche Symptome oft Ausdruck eines dahinter liegenden seelischen Konflikts
sind. Entsprechend kann die Erkrankung erst dann besiegt werden, wenn dieser Konflikt erkannt und aufgelöst wird.
Zur Heilung psychosomatischer Störungen erarbeiten wir in unseren Seminaren daher Antworten zu folgenden Fragestellungen:
Welcher Konflikt/welche Stressoren stehen hinter den körperlichen Symptomen (was erzeugt den Stress)?
Welche Emotionen sind damit verbunden (welche Gefühle werden u.U. unterdrückt)?
Welche Schritte müssen getan werden, um zu einer heilenden Lösung zu gelangen?
Im Anschluss daran wird der Lösungsprozess eingeleitet, unterstützt und begleitet.
Dabei setzen wir verschiedene Methoden sowohl zur Diagnose als auch für den Lösungsprozess ein: Systemische Ansätze,
Aufstellungen, Psychodrama, Körper- und Atemtherapie sowie Meditation.
Psychosomatische Störungen werden schwerpunktmäßig in der Jahresgruppe
und in der Donnerstagsgruppe bearbeitet.
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